Erste Hilfe beim Tier

Es passiert schneller, als man denkt – und meistens am Wochenende oder spät abends, wenn der Tierarzt keine Sprechstunde hat!

Der Hund tritt sich beim Spaziergang eine Scherbe in die Pfote, die Katze kommt mit einer Bissverletzung nach Hause und das Meerschweinchen hat sich eine Kralle ausgerissen und blutet. Was tun?

Wichtig: Wenn man den Verdacht hat, dass das Tier sich Knochen gebrochen hat oder innere Verletzungen vorliegen, zum Beispiel immer nach einem Autounfall, sollte man höchstens eine kurze Erstversorgung machen und dann so schnell wie möglich zum Tierarzt fahren!

Behandlung von Wunden am Körper

Zunächst einmal sollte man das Tier beruhigen. Auch das liebste Haustier kann, wenn es Schmerzen hat, einmal zubeißen oder kratzen.

Wenn man merkt, dass sich Mietze oder Bello zu sehr aufregen und sich nicht untersuchen lassen wollen, die Verletzung aber doch behandlungswürdig aussieht, sollte man in jedem Fall den Tierarzt rufen. Es gibt ja auch immer einen Notdienst.

Jetzt wird die Verletzung untersucht. Dabei sollte man weiterhin ruhig auf das Tier einreden. Zunächst einmal stellt man fest, ob noch ein Fremdkörper (Stachel, Scherbe, Dreck) in der Wunde sitzt, und versucht ganz vorsichtig, diesen zu entfernen. Dazu eignet sich eine Pinzette. Größere scharfe Gegenstände (Messer, große Scherben usw.) sollten nur vom Tierarzt entfernt werden, denn durch das Entfernen kann eine starke Blutung auftreten, die dann sofort gestillt werden muss!

Jetzt führt man eine Wundreinigung durch. Zunächst schneidet man mit einer Verbandsschere (stumpfe Enden, um die Verletzungsgefahr zu verringern!) das Fell kurz, damit es nicht in die Wunde ragt. Am besten nimmt man dann sterile Flüssigkeit und spritzt diese mit einer Spritze ohne Kanüle kräftig in die Wunde. Dann kann man, wenn das Tier es zulässt, mit einem sterilen Tupfer noch kleine Schmutzpartikel aus der Wunde streichen.

Der Verband sollte immer mit einer sterilen Wundauflage beginnen. Darüber muss man zur Fixierung mit einer elastischen Binde oder Mullbinde einige Lagen wickeln – nicht zu fest, wenn es um den Bauch oder Brustkorb geht, um das Tier nicht am Atmen zu hindern! Die Binde bitte nicht mit Metallklemmen befestigen, diese werden leider gerade von Hunden häufig abgeknabbert und aufgefressen, und sie können aufgrund ihrer kleinen Spitzen Verletzungen im Darm hervorrufen und sich auch so verhaken, dass sie nur durch eine Operation wieder herausgebracht werden können.

 

Pfotenverbände sind etwas kniffliger anzulegen: man sollte die Zwischenräume zwischen den Zehen mit etwas Watte polstern, um ein Aneinanderreiben der Zehen zu verhindern. Wenn es nur darum geht, eine Wunde vor Verunreinigungen zu bewahren, haben sich Pfoten-Schutzschuhe bewährt, die man am besten immer in der passenden Größe zu Hause haben sollte.

Ein Verband, der nicht vom Tierarzt angelegt wurde, sollte niemals länger als einen Tag auf der Wunde bleiben – im Idealfall nur bis zum Besuch beim Tierarzt.

Verletzungen an Augen und Lidern

Diese Verletzungen sollten immer dem Tierarzt vorgestellt werden. Zur Linderung von Schmerzen, wenn zum Beispiel Schmutz ins Auge geraten ist, kann man sterile Augentropfen verwenden. Bitte nicht dann eingeben, wenn man den Verdacht hat, dass das Auge selbst verletzt ist!

Schock, Bewusstlosigkeit

Na klar, in diesem Fall gilt selbstverständlich: so schnell wie möglich den Tierarzt rufen. Aber auch hier kann man schon einmal etwas tun,

Also: atmet das Tier noch? Wenn nicht, hilft es in vielen Fällen, die Nase kurz zu drücken oder zu kneifen. Sind die Atemwege frei oder liegt das Tier auf dem Rücken, die Zunge womöglich in den Rachen gefallen? Dann auf die Seite legen, die Zunge aus dem Maul legen (Achtung, niemals einem Hund ins Maul fassen! Lieber eine Pinzette nehmen und vorsichtig an der Zunge ziehen. Auch bewusstlose Hunde können beißen!)

Gibt es große Blutungen? Kann man diese eventuell durch einen Druckverband stoppen oder zumindest verlangsamen, dann sollte man es versuchen.

Was gehört in die Tier-Apotheke?

Ein Tipp vorweg: Tierarztnummer ins Handy einprogrammieren, Telefonnummer des Tierarztes und der nächsten Klinik auf den Erste-Hilfe-Koffer kleben.

  • Stumpfe Verbandsschere (zum Schneiden von Mullbinden oder Entfernen von Haaren)
  • Krallenzange
  • Pinzette (zum Herausziehen von Dornen, Insektenstacheln)
  • Taschenlampe (klein, leistungsstark, zum Untersuchen von Ohren, Maul, Wunden)
  • Zeckenzange oder Zeckenentfernungskarte
  • Spritzen (1ml, 5ml, 10 ml) (zum Eingeben von Tropfen oder Spülen von Augen oder Wunden mit steriler Flüssigkeit)
  • Kanülen (zur sterilen Entnahme von Flüssigkeit aus Flaschen mit Gummiverschluss)
  • Fieberthermometer und Gleitgel
  • Einmalhandschuhe
  • Verbandszeug (3-4 Mullbinden oder elastische Binden, sterile Wundabdeckung, Gazetupfer, Heftpflaster, Verbandswatte in Lagen zum Polstern von Verbänden)
  • passende Pfotenschutzschuhe
  • Coldpacks oder Eisbeutel im Kühlschrank parat halten für stark geschwollene Verletzungen – nur dann kühlen, wenn das Tier es zulässt.
  • Medikamente (nur vom Tierarzt verschriebene Medikamente, niemals einfach so etwas aus der eigenen Apotheke nehmen – diese Medikamente sind meist zu hoch dosiert, viele sind auch gefährlich für Hund und Katze!)
  • Augentropfen (immer frisch verwenden, angebrochen höchstens 6 Wochen aufbewahren, oder Einzelabpackungen verwenden)
  • Ohrreinigungslösung, nicht bei Verdacht auf Trommelfellverletzung anwenden
  • Wunddesinfektionsmittel
  • steriles Wasser/Ringer- oder NaCl-Lösung zum Spülen von Augen oder Wunden
  • Floh- und Zeckenmittel
  • Evtl. Wurmkur

 

Viele Tierärzte oder Hundevereine bieten regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse für Tiere an – damit gewinnt man viel mehr Sicherheit im Umgang mit Notfällen und kann seinem Tier schnell und effektiv helfen.

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